Seit ewigen Zeiten steht in meinem Garten, an einem wirklich unglücklichen Ort, ein Kompost, um den ich mich, wie um alles andere, eigentlich nie gekümmert habe. Ab und zu habe ich da etwas drauf gepackt, alle paar Jahre wurde er mal umgesetzt.
Da ich nun auch die wirklich jämmerlichen Erträge meines Nutzgartens steigern möchte und ein Kompost auch Heimat von vielen Insekten ist, wurde er plötzlich doch sehr interessant für mich. Es wäre in meiner Situation ja dumm, die Küchen- und Gartenabfälle nicht zu nutzen und einen hausgemachten Dünger für meinen Garten zu produzieren.
Ein Kompost zieht um
Der erste Schritt war der Aufbau eines neuen Kompostbehältnisses an einem sehr viel geeigneteren Ort. Ich habe mich für ein simples, eher kleineres Holzgitter entschieden, welches jetzt in doppelter Ausführung an der Carportwand, neben den Wassertonnen, steht. Der eine Kompostbehälter wird befüllt und wenn er reif ist, aufgelöst und was noch nicht kompostiert ist findet im zweiten Kompost Platz – so wenigstens ist der Plan. Ich bin gespannt, wie schnell sich so ein Kompost bildet und was da alles umgesetzt wird an Material. Etwas unsicher bin ich ehrlicherweise noch, weil in der Nähe ein Zugang zur Kanalisation ist. Seit ich in der Regenrinne des Vorplatzes einige Ratten entdeckt habe, ist mir leider doch sehr bewusst, wer da in unserer Kanalisation so alles haust. So sehr ich die Tierwelt mag, die Rattenpopulation möchte ich jetzt nicht unbedingt vergrössern.
Das Auflösen des alten Kompostes ergab drei grosse Kübel voll Kompost; und mit gross, meine ich gross. Leid tat mir, dass ich das Umsetzen Anfang Frühling gemacht habe. Das war für die im Kompost überwinternde Insektenpopulation eher zu früh. Letztlich hingen daran aber einige weitere Projekte, so dass ich mich trotzdem dazu entschied. Unsere Küchen- und Gartenabfälle werden jetzt in einen Kreislauf überführt und auch für die Insekten (hoffentlich aber nicht die Ratten) entsteht ein interessanter Ort.

und die Totholzhecke ein
Ein weiterer Ort der sinnvollen „Abfallentsorgung“ ist die neue Totholzhecke. Im Garten stehen einige Bäume, ein Haselstrauch und neuerdings noch diverse weitere Sträucher. Das anfallende Schnittgut musste bisher immer mühsam entweder abgeführt oder aber in mehreren Tranchen in die Grünabfuhr gegeben werden. Eine Weile habe ich alles auf einen grossen Asthaufen abgelegt. Es gab dafür aber einfach keinen guten Platz. Dazu kommt, dass mir rasch klar wurde in meinem Prozess, dass ich jetzt nicht den absolut unaufgeräumt wirkenden Naturgarten möchte, wo einfach überall etwas herumliegt. Das bin schlicht nicht ich (man erinnere sich: quadratisch praktisch und linear). Dazu ist mein Grundstück umgeben von Grundstückeigentümer*innen mit sehr gepflegten Gärten mit „englischem“ Rasen.
Wer sich mit dem Thema Naturgarten beschäftigt, kommt rasch auch zum Thema Benjeshecke respektive Totholzhecke. Kurz gesagt handelt es sich um ein Konstrukt, bei dem man in zwei Reihen Pfosten respektive Stöcke einschlägt und dazwischen dann die kleineren Astabschnitte hineinpackt. Von oben wird immer wieder neues Material eingefügt, unten wird es immer mehr zersetzt. Die Totholzhecke bietet so einen idealen Unterschlupf für Igel, Vögel und Insekten. Sie kann dem Menschen auch als Sicht- oder Windschutz dienen. Mit der Zeit begrünt sie sich selber, weil sich Samen festsetzen. Beim letztjährigen Winterschnitt der Bäume habe ich die ganzen dünneren Äste also behalten und als es im Frühling etwas wärmer wurde, meine Totholzhecke gebaut. Ich habe hierzu sechs dickere Äste in den Boden gerammt und dazwischen die Äste reingelegt und schon war sie fertig in ihrer ganzen stolzen Miniaturausgabe. Damit sie ein guter Igelunterschlupf ist, müsste sie breiter sein. Da bei uns in der Umgebung aber direkt Wald und viele Hecken vorhanden sind, habe ich mich für eine relativ „dünne“ Version entschieden, welche besser in meinen Garten passt. Nichts desto trotz habe ich gestaunt, wie viel Material da letztlich hineinpasst.
Als Initialbepflanzung habe ich eine gemeine Waldrebe (Clematis vitalba) gesetzt. Diese sieht hübsch aus, passt an den Standort, hilft mit der Zeit die Stabilität der Hecke zu verbessern und bringt ausserdem mehr Blüten in meinen Garten. Lustigerweise hat sich bereits nach kurzer Zeit neben der Clematis eine Zaun-Wicke (Vicia sepium) angesiedelt.
Ich freue mich sehr über dieses kleine Gebilde, welches in jeder Hinsicht – sowohl für die Natur als auch für mich – ein Gewinn ist.
Das sieht alles sehr gut aus. 😄
Ich glaube Ratten werden nur zum Problem, wenn man falsche Abfälle auf den Kompost gibt.
So eine Totholzhecke ist klasse. Ein Lebensraum für viele Tiere.
Auf meinen Kompost kommen nur ungekochte Pflanzenreste. Soweit sollte ich also „sicher“ sein. Ich traue der Sache halt nicht ganz, weil mich das schon ziemlich erschreckt hat, als ich da 3 dicke fette Ratten in der Regenrinne sitzen und quieken sah. Das Ende der Regenrinne ist seither mit einem Stein verstopft.
Die Totholzhecke ist wirklich eine super Sache. Ich staune einfach auch immer wieder, wie viel Material da rein passt. Ich bin gespannt, was sich da an Pflanzen ansiedelt und wem sie mit der Zeit Heimat bietet.